Froschgrüne Superkräfte

Comic "Green Lantern" kommt ins Kino

Froschgrüne Superkräfte: Comic "Green Lantern" kommt ins Kino Froschgrüne Superkräfte: Comic "Green Lantern" kommt ins Kino Foto: Warner Bros. Pictures. TM & © DC

Superhelden haben im Kino derzeit Hochkonjunktur. Und weil die wichtigsten Comicserienhelden von "Batman" bis "Green Hornet" alle schon im Einsatz sind, kommen nun auch weniger bekannte zum Zug - wie Hal Jordan. Von Natur aus ist der draufgängerische Testpilot beinahe ein Mensch wie du und ich - abgesehen von der Brust- und Bauchmuskulatur.

Doch das Schicksal will es, dass er bei einer Exkursion auf das Wrack eines außerirdischen Raumschiffs stößt und vom sterbenden Insassen einen Ring überreicht bekommt.

Von nun an besitzt Jordan (Ryan Reynolds) nicht nur übermenschliche Fähigkeiten, sondern ist auch das erste menschliche Mitglied der intergalaktischen Elite-Einheit der Green Lanterns.

Comicadaptionen gehören inzwischen fast schon zum Routinegeschäft von Ryan Reynolds. Nach "X-Men Origins: Wolverine" und "Blade: Trinity" darf der kanadische Schauspieler und "Sexiest Man Alive 2010" nun für das Gute im All kämpfen.

Bevor aber Hal Jordan mehr oder minder im Alleingang den Planeten Oa vor der zerstörerischen Kraft des krakenhaften Monsters Parallax retten kann, muss er ein paar unverarbeitete Kindheitstraumata bewältigen.

Das freut seine Kampfflieger-Kollegin und unerfüllte Jugendliebe Carol Ferris ("Gossip Girl" Blake Lively) und liefert Gelegenheit für einige romantische Szenen. Für Probleme sorgt auch der Wissenschaftler Hector Hammond (Peter Sarsgaard), der sich bei der Sezierung des verunglückten Außerirdischen mit Parallax-DNA infiziert hat und zu einem unansehnlichen Bösewicht mutiert.

Figuren bleiben zweidimensional

"James Bond 07 - Casino Royale"-Regisseur Martin Campbell hatte offenbar von seinen Produzenten eine klare Ansage erhalten: Mach es bunt, mach es laut und bei der Action bitte nicht knausern. Campbell hat sich daran gehalten, aber auch höhere Ziele anvisiert.

"Green Lantern" sollte als Auftakt einer ganzen Filmreihe ein erzählerisches Universum aufstoßen wie einst Steven Spielbergs "Krieg der Sterne". Campbell beweist zwar, dass er mit 3D umzugehen weiß und ein respektables Budget in leider nicht immer überzeugenden digitalen Budenzauber aufgehen lassen kann, die Figuren aber bleiben so zweidimensional wie Comichelden auf Papier.

So sehr sich Reynolds auch bemüht, eine gute Figur abzugeben, sein Hal Jordan wirkt über Strecken reichlich einfältig. Der Blick auf die fantastische Welt des Planten Oa wiederum bleibt dem Zuschauer nur wenige Minuten vergönnt.

So überschaubar sich die kosmische Welt der "Green Lantern" in Gut (die grüne Energie der Willenskraft) und Gelb (die Macht der Angst) aufteilt, so schlicht ist die Geschichte leider auch entwickelt.

Immerhin hat das Ganze durchaus Humor, auch wenn die Komik an manchen Stellen ganz sicher nicht beabsichtigt war. Die Kritiken und Einspielergebnisse in den USA können die Produzenten nicht erfreut haben. Dass die grünen Laternen aber bald erneut auf den Leinwänden leuchten werden, dürfte bereits abgemachte Sache sein.

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