"Get on up" - Filmbiografie von James Brown

Der Mann, der den Funk erfand

"Get on up" - Filmbiografie von James Brown: Der Mann, der den Funk erfand "Get on up" - Filmbiografie von James Brown: Der Mann, der den Funk erfand Foto: dpa. bsc
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 Get On Up - The James Brown Story Soundtrack (image/jpeg) Sie nannten ihn "Mister Dynamite": Das Biopic "Get On Up" erzählt das bewegte Leben des Soulsängers James Brown. Der stammte aus armen Verhältnissen, wurde ein erfolgreicher Musiker - und hatte viel Ärger mit der Polizei.

Wie die Musik von James Brown geht auch das Biopic "Get On Up" über den "Godfather of Soul" unter die Haut. Acht Jahre nach dem Tod des Sängers verkörpert ihn Chadwick Boseman mit einer starken Darstellung.

Er war "Mister Dynamite" und "der am härtesten arbeitende Showstar der Welt". Ob Gospel, Soul, Rhythm & Blues oder Funk - James Brown (1933-2006) war ein Musikgenie, bei dem spätere Stars wie Mick Jagger, Michael Jackson, Prince und Usher abschauten. In Armut in den US-Südstaaten aufgewachsen, als kleiner Junge von den leiblichen Eltern abgeschoben, als Teenager wegen Diebstahls festgenommen - nichts konnte seinen Selfmade-Aufstieg zur schillernden Soullegende bremsen.

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Doch wie reduziert man die turbulente Lebensgeschichte eines Künstlers, der sechs Jahrzehnte auf der Bühne stand, auf 139 Leinwandminuten?

Regisseur Tate Taylor, der selbst im amerikanischen Süden groß wurde, gelingt das mit dem Biopic "Get On Up" perfekt. Wie Brown mit wilden Tanzschritten über die Bühne jagte, so springt Taylor in Rückblenden unberechenbar hin und her.

Neue Filme: Kinostarts der Woche in Kürze Neue Filme: Kinostarts der Woche in Kürze Neue Filme: Kinostarts der Woche in Kürze Neue Filme Kinostarts der Woche in Kürze 9 Fotos Es ist das Jahr 1988, als der Musiker mit einem Gewehr in der Hand ausrastet und nach einer filmreifen Verfolgungsjagd von der Polizei festgenommen wird. Nächste Szene, Vietnam 1968, mit Superstar Brown als Truppen-Entertainer. 30 Jahre zurück: der kleine James lebt in einer ärmlichen Holzhütte, von der Mutter verlassen, vom Vater verprügelt.

Schon für sein gefeiertes Rassismus-Drama "The Help" (2011) über schwarze Hausmädchen in den US-Südstaaten Anfang der 1960er Jahre holte Taylor die schwarzen Schauspielerinnen Viola Davis und Octavia Spencer vor die Kamera. Spencer, die damals den Oscar als beste Nebendarstellerin gewann, spielt in "Get On Up" Browns Tante "Honey", die den Jungen großzieht. Davis mimt seine Mutter Susie, die vor dem gewalttätigen Ehemann wegläuft.

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Der beste Griff gelingt Taylor diesmal jedoch mit dem noch wenig bekannten Hauptdarsteller Chadwick Boseman (37). Er fiel bisher nur in der Rolle des Baseballstars Jackie Robinson in dem Sportdrama "42" auf. Als James Brown, den er als jungen Mann bis ins hohe Alter spielt, zeigt Boseman eine oscarreife Tour-de-Force. Zu Original-Aufnahmen von Brown wirbelt er im Glitzeranzug über die Bühne, legt breite Spagate, ekstatische Zuckungen und Trippelschritte hin, schwenkt das Mikrofon durch die Luft und gibt sein charismatisches Killer-Lächeln zum Besten, ganz "Mister Dynamite".

"Get On Up" zeigt Browns Anfänge in den 1950er Jahren im Gospelchor, seine Freundschaft mit dem Sänger Bobby Byrd, dem Gründer der Band The Famous Flames, der das Genie von Brown schnell erkennt, aber auch unter dem Egomanen leidet. Mit "Please, Please, Please" kam der erste von vielen Hits, es folgten "Sex Machine", "Papa's Got A Brand New Bag" und "I Got You (I Feel Good)". Boseman macht auch Browns legendäre Live-Auftritten im New Yorker Apollo Theater 1962 und in Paris 1971 auf der Leinwand lebendig. Regisseur Taylor und das Autoren-Duo Jez und John-Henry Butterworth ("Edge of Tomorrow") verbeugen sich vor dem Musikgenie, beschönigen aber nichts. Brown war ein tyrannischer Boss, ein gnadenloser Perfektionist und ein jähzorniger Ehemann, der wegen häuslicher Gewalt und anderer Vergehen häufig hinter Gitter kam.

Get on up - Die James Brown Story Produzent Mick Jagger Get on up - Die James Brown Story

Hollywood-Produzent Brian Grazer, der sich schon zu Browns Lebzeiten die Filmrechte an dessen Biographie gesichert hatte, bekam am Ende prominente Unterstützung von Rolling-Stones-Sänger und Ko-Produzent Mick Jagger. "James war in vieler Hinsicht ein früher Einfluss in meinem Leben", sagte Jagger vor dem US-Kinostart der "New York Times". "Er zeigte mir, wie man mit dem Publikum interagiert und dass man bei jedem Auftritt 100 Prozent von sich geben muss."

Quelle: RP