Gottschalks letzte Mallorca-Sendung

"Wetten dass..?" - ein Abschied ohne Schmerz

Gottschalks letzte Mallorca-Sendung: "Wetten dass..?" - ein Abschied ohne Schmerz Gottschalks letzte Mallorca-Sendung: "Wetten dass..?" - ein Abschied ohne Schmerz Foto: dapd
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Top-Gäste und Top-Stimmung: Thomas Gottschalk feierte seine erste Abschieds-Show in der Stierkampfarena von Palma de Mallorca. Die Stimmung war bombastisch, die Gäste sympathisch. Abschieds-Schmerz wollte dabei nicht wirklich aufkommen.

Jennifer Lopez, Cameron Diaz und US-Komiker Kevin James („King of Queens“) - bei der offiziellen ersten Abschieds-Show war die Couch von „Wetten dass...?“ mal wieder hochkarätig besetzt und Thomas Gottschalk in Hochstimmung.

thomas gottschalk1 (image/jpeg) Harley, schöne Frauen und Rock'N Roll... einen besseren Abschied hätte es nicht geben können. Locker-leicht, wie man ihn aus seinen besten Zeiten kennt, führte er durch den Abend. Co-Moderatorin Michelle Hunziker strahlte ihr sympathischstes Lächeln und die Zuschauer auf den Arena-Rängen jubelten und huldigten dem 61-jährigen Moderator.

Musikalische Vielfalt

Status Quo eröffneten und schlossen den Abend mit musikalischen Klassikern wie „Whatever you want“ oder „Rockin' all over the world“, Jennifer Lopez gab ihren aktuellen Hit „On the floor“ zum Besten, und das Ensemble des „Rocky Horror Show Musicals“ präsentierte einen stimmungsvollen Ausschnitt aus dem Musical.

Das wahre Akustik-Highlight waren aber drei junge Tenöre von „Il Volo“, die so unscheinbar waren, wie ihre Darbietung überwältigend. Gottschalk kommentierte diesen Umstand sehr treffend, indem er über einen der drei sagte, er sähe eher aus wie Harry Potter und nicht wie ein Tenor.

Wettpaten im Einsatz

Als Wettpaten nahmen Sebastian Vettel, Dieter Bohlen und Heidi Klum auf dem Sofa Platz. Dabei zeigte Sebastian Vettel mal wieder, wie sympathisch und bodenständig er ist. Dieter Bohlen hatte einen super Start, war aber danach fast schon zurückhaltend und versteckte sich im Laufe der Sendung immer mehr hinter einem Stapel von Kissen - wohl weil er in der sehr windigen Arena fror.

Heidi Klum, die einst von Thomas Gottschalk in einer Sendung von „Wetten dass...?“ entdeckt wurde, war sichtlich bemüht, verblasste aber, wie so oft, neben den großen Stars. Beim abschließenden Wettrennen mit Schwimmflossen, bei dem die Stars einen Gewinn für ihren Wett-Kandidaten herausholen konnten, zeigte sie aber vollen Einsatz.

Der reichte trotzdem nicht: Sebastian Vettel gewann den Lauf und verhalf damit seinem Kandidaten, der durch einige unglückliche Start-Versuche an der Zeit gescheitert war, zu einem Trostpreis. Insgesamt konnte der Formel-Eins-Weltmeister, der als erster Gast in die Arena einfuhr, während der gesamten Zeit mit Schlagfertigkeit, Natürlichkeit und Humor überzeugen.

Gute Laune im Überfluss

Für einige Lacher sorgte die Berliner Komikerin Cindy aus Marzahn, die gleich dreien der anwesenden Männer (Kevin James, Dieter Bohlen und natürlich Thomas Gottschalk) eine Heirats-Anfrage aufdrängte. Wirklich nötig war die humoristische Einlage aber nicht: Das Publikum war in derart überbordender Stimmung, dass es sich auch alleine hätte unterhalten können.

Mit einer nicht enden wollenden La-Ola-Welle brachte es zwischendurch Thomas Gottschalk fast an den Rand der Verzweiflung, der sich schließlich Dieter Bohlen zu Hilfe rief, um die grölende Menge zur Ruhe zu bringen. Zum Schluss kam auch noch Frank Elstner in die Arena um die letzte Wette anzumoderieren und Thomas Gottschalk zu würdigen.

Bei so viel guter Stimmung rückten die Wetten fast in den Hintergrund. Am Ende gab es ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen dem Tänzer Nico Koch, der aus einer Art Handstand heraus, übergroße Eiswürfel mit den Füßen in ein Cocktail-Glas warf und dem Philippinen Philipe Tagogdoy, der fünf ganze Kokusnüsse mit den Zähnen schälte. Mit 38 zu 37 Prozent gewann Nico und konnte es nicht fassen. Völlig sprachlos gelang es ihm nicht mal mehr eine Frage zu beantworten.

Ein würdiges Ende

Das „Wetten dass...?“ zukünftig nicht mehr mit Thomas Gottschalk stattfinden soll, wollte man irgendwie nicht so richtig glauben. Selbst mit Blick auf die drei noch folgenden Spezial-Shows war der Abend als Abschied des Moderators geplant.

Das stand auch deutlich im Mittelpunk - mit Danksagungen und Anekdoten aus früheren Zeiten - es fühlte sich nur so unwirklich an. Was ist ein „Wetten dass...?“ schon ohne Thomas Gottschalk, wollte man fragen. Denn dass die Sendung und er zusammen gehören, hat Gottschalk am gestrigen Abend mal wieder eindrucksvoll bewiesen und dabei für weit mehr Stimmung gesorgt, als es in der Vergangenheit häufiger der Fall war.

Getreu dem Motto „Man soll gehen, wenn es am schönsten ist“ müsste man eigentlich dazu raten, auf die drei Folge-Sendungen zu verzichten. Die können eigentlich gegenüber der Stimmung in der Arena nur noch verlieren. Einen würdigeren und schmerzfreieren Abschied dürfte man kaum noch hinbekommen.

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Quelle: RPO