"I used to be dark" im Kino

Gelungener Film über die Vergänglichkeit der Liebe

"I used to be dark" im Kino: Gelungener Film über die Vergänglichkeit der Liebe "I used to be dark" im Kino: Gelungener Film über die Vergänglichkeit der Liebe Foto: dpa, Arsenal Institut
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"Willkommen in meiner Privathölle", sagt die junge Abby, als sie ihre Cousine Taryn überraschend im Swimming-Pool ihrer Eltern antrifft.

Die blondgelockte, etwas orientierungslos wirkende Taryn, deren Vater und Mutter die Teenagertochter auf Besuch in Wales wähnen, war ohne Vorwarnung mit dem Bus zu ihren Verwandten in deren malerisches Haus nach Baltimore gekommen. Doch nun muss Taryn erleben, dass auch Abbys Musiker-Eltern – Tante Kim und Onkel Bill – sich trennen. Frustriert hat Kim eben noch ein paar Bücher aus ihrem alten Zimmer geholt. "Schreib ein Lied drüber", sagt sie entnervt zu ihrem Noch-Ehemann, als der sie anblafft.

In sehr statisch-distanzierten und alltäglichen, dabei betont atmosphärischen Bildern schildert der 1977 geborene, vielfach gefeierte Independent-Filmer Matt Porterfield in seinem dritten Kinowerk "I Used to Be Darker" das seltsam unspektakuläre Sich-Verwandeln und Auseinandergehen von Beziehungen. Wie in seiner Coming-Of-Age-Erzählung "Hamilton" und dem Nachbarschaftsporträt "Putty Hill" ist es wieder das spezielle Vorortmilieu seiner von Iren gegründeten Heimatstadt – der krisengebeutelten "Charm City" Baltimore im US-Bundesstaat Maryland –, das Porterfield zu seinen Stimmungsbildern inspiriert hat. Melancholische (Live-)Musik ist wichtiger Ausdruck seiner Gefühlsskizzen.

Mit Co-Autorin Amy Belk hatte der Regisseur das Drehbuch zu dem zarten Film geschrieben, der 2013 beim Sundance-Festival Weltpremiere feierte und auf der Berlinale lief. Wer sich auf die Geschichte einlässt, wird mit Poesie belohnt, die über Vergänglichkeit und Loslassen sinnieren lässt. Allzu viel geistige Kraft und Denkwürdigkeit hat Porterfields Opus jedoch nicht zu bieten, dafür bleiben seine Impressionen zu vage. Der Titel steht für die Verwandlung von Stimmungen, wie der Filmemacher sie liebt: "I used to be darker" heißt es bei Folksänger Bill Callahan – "then I got lighter, and then I got dark again".