Jugendliche mit gefährlichen Kräften

Chronicle – Wozu bist Du fähig?

Jugendliche mit gefährlichen Kräften: Chronicle – Wozu bist Du fähig? Jugendliche mit gefährlichen Kräften: Chronicle – Wozu bist Du fähig? Foto: 20th Century Fox of Germany
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Seine Mutter ist todkrank, sein Vater ein versoffener Schläger, und die Mitschüler beachten ihn nicht: Der 17-jährige Andrew (Dane DeHaan) ist ein Verlierertyp. Um seinen alltäglichen Frust zu kompensieren, beginnt er, sein Leben mit einer alten Videokamera einzufangen. Als Andrew mit seinem Cousin und dessen Kumpel im Wald außerhalb der Stadt auf ein seltsam strahlendes Objekt stößt, ahnen die drei noch nicht, dass dieses scheinbar außerirdische Ding ihr Leben verändern wird. Denn bald bemerken die Jungs, dass sie plötzlich übermenschliche Kräfte besitzen, durch die sie fliegen und Objekte aller Art ohne körperlichen Kontakt bewegen können.

Auf den ersten Blick scheint "Chronicle – Wozu bist Du fähig?" einer der üblichen Superhelden-Filme zu sein. Doch der Kalifornier Josh Trank erzählt uns in seinem Regiedebüt eine düstere Teenager-Tragödie, nur verpackt als Science-Fiction-Film. Während das Trio erst seine neuen Fähigkeiten zu infantilen Streichen nutzt, macht Andrew mit der Zeit eine bizarre Wandlung durch, vom bemitleidenswerten Loser zum Amokläufer. Dass Trank diese Geschichte im Stil eines authentischen Amateurfilms gedreht hat, mit Handkamera wie in "Blair Witch Project", wirkt anfangs etwas abgegriffen. Doch auf Dauer ergibt es Sinn, weil dieser Andrew und seine Wut in den Mittelpunkt rücken und der dramaturgische Kniff, dass er die Kamera später mittels seiner telekinetischen Kräfte bedient, logisch erscheint.

Was also als scheinbar parodistische Variante eines Superhelden-Films beginnt, endet als ausladendes Gefecht auf dem Fernsehturm von Seattle. Und dazwischen sieht man einem Teenager beim schmerzhaften Scheitern zu.

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Quelle: RP