Komödie "Larry Crowne" von Tom Hanks

Studentenleben in reifen Jahren

Komödie "Larry Crowne" von Tom Hanks: Studentenleben in reifen Jahren Komödie "Larry Crowne" von Tom Hanks: Studentenleben in reifen Jahren Foto: Kinowelt
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Die Formel ist vertraut: Jemandem passiert ein großes Missgeschick und begegnet dadurch seiner großen Liebe. Doch Tom Hanks spielt unter eigener Regie einen so wachsweichen "Larry Crowne", dass er sowohl das Missgeschick – die jähe Entlassung in die Arbeitslosigkeit – wie das Werben um eine schöne Frau mit schier schlafwandlerischer Gelassenheit absolviert. Als Traumfrau taucht Julia Roberts auf.

Hanks misstraute seinen Fähigkeiten als Drehbuchautor und Regisseur und seinem in die Jahre gekommenen Charme des netten Jungen immerhin genug, um sich eine Partnerin dieses Kalibers zu holen für seine Spekulation auf eine erfolgreiche Sommerkomödie.

Dabei sieht es zunächst so aus, als entwickle sich eine Liebesgeschichte zwischen dem zerknitterten Mittfünfziger und der kessen Gugu Mbatha-Raw. Die lernt er auf dem College kennen, nachdem er sich zwischen Aushilfs-Jobs und Fortbildungs-Bemühungen in einem gemütlichen Prekariat eingerichtet hat.

Weil er aus Sparsamkeit vom Auto auf einen Motorroller umgestiegen ist, nimmt ihn Gugu in ihre Latino-Clique auf. Das ist keine böse Streetgang, sondern eine Gruppe strebsamer junger Leute, die sich mit gemeinsamen Ausflügen auf Motorrollern vergnügt.

Mit grimmiger Bravour

Gugu verpasst dem Spießer Larry ein jugendliches Outfit, ehe sie so jäh von der Bildfläche verschwindet wie der viel zu selten auftauchende, wirklich komische Wirtschaftsprofessor (George Takei) im College. Dafür schiebt sich endlich Julia Roberts in den Vordergrund. Die lustlose College-Dozentin und frustrierte Ehefrau spielt sie mit grimmiger Bravour.

Doch ihre Bemühungen, den braven Larry Crowne als Liebhaber zu akzeptieren, wirken weniger überzeugend. Zwischen Hanks und Roberts wollen erotische Funken einfach nicht fliegen. Die Liebesaffäre bleibt so unverbindlich wie die Schilderung des Absturzes einer Angestellten-Karriere in eine ungewisse Zukunft.

In Südkalifornien, so lautet die Botschaft dieses Films, führt Arbeitslosigkeit nicht zu einer Existenzkrise, sondern zu der Chance, in reifen Jahren ein fröhliches Studentenleben nachzuholen.

"Larry Browne" weigert sich standhaft, sozialen Absturz oder das Erlebnis einer neuen Liebe als erschütternde Erfahrungen zu zeigen. Die Stars wirken nicht amüsiert, sondern gelangweilt.

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Quelle: RP