Melancholisches Drama

Chinese zum Mitnehmen

Melancholisches Drama: Chinese zum Mitnehmen Melancholisches Drama: Chinese zum Mitnehmen Foto: Ascot Elite
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Worum geht's? Sebastián Borenszteins heiter-melancholischer Film erzählt von einem einsamen Eisenwarenhändler in Buenos Aires, einem mürrischen Mann um die Fünfzig, dessen Leben in Routine erstarrt ist. Er führt in seinem Laden anklagende Selbstgespräche, zählt Schrauben und wird fast panisch, als ihm die großäugige Mari Avancen macht. Als ihm dann ein junger Chinese, den ein Taxifahrer aus dem Wagen geworfen hat, buchstäblich vor die Füße kullert, nimmt Roberto ihn widerwillig auf, serviert dem kein Wort Spanisch sprechenden Mann Stierhoden und versucht ansonsten, ihn schnell wieder loszuwerden.

Wer spielt mit? Der verstockte Roberto wird von dem großartigen Ricardo Darin gespielt, der schon in der Hauptrolle des argentinischen Politfilms "In ihren Augen" brillierte. Als Mari ist Muriel Santa Ana zu sehen, als unwillkommener Gast Ignacio Huang.

Wie ist der Film? Nach einem krachig-grotesken Einstieg, in dem eine Kuh vom Himmel fällt und eine Frau erschlägt, schafft es der Film, sich wieder zurückzunehmen und quasi neu zu beginnen als sanft-humane Charakterstudie. Die Geschichte führt auch mal kurz zurück in Argentiniens dunkle Militärdiktatur-Zeiten, vor allem aber bricht sie das Leben eines Mannes auf, für den die Welt lange Zeit sinnlos und absurd schien.

Bewertung: 3 von 5 Sternen

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Quelle: RP