Mode-Talentshow "Fashion Hero"

Düsseldorfer Designerin scheidet aus - zu speziell

Mode-Talentshow "Fashion Hero": Düsseldorfer Designerin scheidet aus - zu speziell Mode-Talentshow "Fashion Hero": Düsseldorfer Designerin scheidet aus - zu speziell Foto: ProSieben
Von |

Mode: Kunst oder Kommerz? - das ist der Konflikt der Designer-Show "Fashion Hero". Die Düsseldorfer Designerin Sarah Hartung konnte mit ihren verspielten Entwürfen nicht überzeugen. Ihre Kleider waren zu speziell für den Geschmack der Massen.

Wer bei "Fashion Hero" ausführliche Portraits der Kandidaten oder gar persönlichen Zickenkrieg erwartet, der wird enttäuscht. Tatsächlich steht die Mode im Vordergrund der Show. Nach kurzer Vorstellung präsentierten die Modezwillinge Jila und Jale Pahottan deshalb am Mittwochabend als erste Kandidaten eine Hose und ein Mini-Kleid in Materialmix - und kamen knapp weiter. Modeschöpfer Tim Labenda überzeugte mit einer modernen Herrenjacke in Neongelb. Das höchste Gebot der Einkäufer von Asos, Karstadt und s.Oliver kassierte der 26-jährige Timm Süssbrich aus Berlin mit einem grünen, hochgeschlossenen Kleid. Und auch die schlicht-eleganten Entwürfe von Designerin Yvonne Warmbier wurden gekauft.

Hartes Urteil: Unverkäuflich

Nachwuchs-Designer mit Herz: "Fashion Hero"-Kandidat Riccardo Serravalle im Interview Nachwuchs-Designer mit Herz "Fashion Hero"-Kandidat Riccardo Serravalle im Interview Zum Artikel » Der erfahrene Designer Lorand Lajos konnte hingegen mit seinen Unisex-Entwürfen nicht punkten. "Unverkäuflich", kommentiert der Karstadt-Einkäufer André Maeder knapp. Ebenfalls nicht weiter: die Designerin Sarah Hartung, die in Düsseldorf keine Unbekannte ist - sie schaffte es nicht in die nächste Runde. In Flingern verkauft die 31-Jährige dabei sogar schon in ihrem Shop ihre eigene Mode. Im TV zeigte sie am Mittwochabend süß-verspielte Entwürfe. Zwar kamen ihr superkurzes Skater-Kleid in Rot und ihr Dress im Empire-Schnitt gut bei der Jury an, den Einkäufern war das Teil aber zu kurz. "Damit kann man kein Taxi rufen", so Jury-Mitglied Sascha Lilic und spielt damit darauf an, dass die Kleider schnell etwas zu hoch rutschen könnten.

Auch das Finale, in dem die Mode-Experten eine Jeans umgestalten mussten, konnte Sarah Hartung nicht zu einem Ticket ins Designer-Loft verhelfen. Zwar kam ihr süßes Jeanskleid gut an, trotzdem konnte aber ihre Konkurrentin Annika Graalfs die Jury mit ihrem Pencilskirt mit Karo-Einnähern überzeugen.

Das Ende der Casting Show ohne wirkliche Höhepunkte lässt den Zuschauer etwas ratlos zurück. Fakt ist: In der Design-Show tummeln sich viele echte Modetalente. Bedauerlich, dass die ausscheidenden Designer daran scheiterten, dass die profitorientierten Einkäufer von Asos, Karstadt und s.Oliver ihre Entwürfe für unverkäuflich hielten. Wer also erwartet, bei "Fashion Hero" Haute Couture und High Fashion zu sehen, wird enttäuscht.

Run auf Designer-Ware: "Fashion Hero": Fans stürmen in die Boutiquen Run auf Designer-Ware "Fashion Hero": Fans stürmen in die Boutiquen Zum Artikel » Stattdessen können sich die Zuschauer am Abend schon einmal anschauen, wofür sie am Tag darauf ihr Geld in den Geschäften ausgeben dürfen. Statt Kunst und Können zählt Kommerz. Katalogware direkt vom Laufsteg - mehr bekommt man bei "Fashion Hero" leider nicht zu sehen.