Müde Neuauflage eines Klassikers

"I, Frankenstein" kommt in die Kinos

Müde Neuauflage eines Klassikers: "I, Frankenstein" kommt in die Kinos Müde Neuauflage eines Klassikers: "I, Frankenstein" kommt in die Kinos Foto: Sony Pictures
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Hollywood kennt wirklich kein Pardon, wenn es darum geht, die Kassen zu füllen. Ob historische Persönlichkeiten oder Märchenfiguren, alles wird verwurstet, wenn in der Traumfabrik mal wieder ein mit Effekten vollgestopftes Fantasyspektakel auf der Agenda steht.

Da musste schon Abraham Lincoln als Vampirjäger ran oder wurden Hänsel und Gretel zu Hexenverfolgern gemacht. Nun ist Frankensteins Kreatur an der Reihe, und wenn man den muskelbepackten Oberkörper von Aaron Eckhart in der Hauptrolle sieht, kann man sich ein Grinsen nicht verkneifen.

"Batman vs Superman" erst 2016: Filmstart von Superhelden-Streifen verschoben "Batman vs Superman" erst 2016 Filmstart von Superhelden-Streifen verschoben Zum Artikel » Gut, "I, Frankenstein" von Regisseur Stuart Beatti basiert nicht auf dem berühmten Schauerroman der Schriftstellerin Mary Shelley, sondern auf einer Comic-Vorlage von Kevin Grevioux, in der die Geschichte der Kreatur weitergesponnen wird. Aber was hat dieser durchtrainierte Schwiegersohn-Typ mit jenem tragischen, aus Leichenteilen zusammengenähten Geschöpf aus Shelley Vorlage zu tun, ja mit jenem traurig dreinblickenden Monster, das 1931 Boris Karloff in James Whales Klassiker "Frankenstein" herzergreifend verkörperte?

Stattdessen wird nun die moderne Variante der Kreatur in eine bemüht auf episch getrimmte Keilerei geschickt, in der sich Gargoyle-Wesen, die für Frieden auf Mutter Erde sorgen sollen, mit der Höllenbrut eines Dämonenfürsten (Bill Nighy), der deren Vernichtung anstrebt, messen müssen. Dieser Fight der übernatürlichen Mächte erinnert aber sehr an das Universum der "Underworld"-Saga, bei der sich Vampire und Werwölfe in mittlerweile bereits vier Filmen müde kämpften.

"The Wolf of Wall Street": Ein Meisterwerk, das weh tut "The Wolf of Wall Street" Ein Meisterwerk, das weh tut Zum Artikel » Auch der jüngste, in düstere Optik getauchte Kampf der Welten wirkt auf Dauer ermüdend, in seiner monotonen Mixtur aus oft hölzern vorgetragenen Dialogsequenzen sowie den immer wiederkehrenden Gefechten, die man so schon zu oft gesehen hat.