"Nymphomaniac"

Lars von Trier will XXL-Epos nicht kürzen

"Nymphomaniac": Lars von Trier will XXL-Epos nicht kürzen "Nymphomaniac": Lars von Trier will XXL-Epos nicht kürzen Foto: Concorde Filmverleih
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Fünfeinhalb Stunden Film – Lars von Trier beweist mal wieder, dass er keine Angst vor Experimenten hat. Nun muss sein neues Werk "Nymphomaniac" erwartungsgemäß gekürzt werden, der Exzentriker will das aber nicht.

Lars von Trier ist einer der größten Regisseure seiner Generation, aber fraglos auch einer der eigenwilligsten. Fern der Cineasten, die seinen Werken immer wieder aufs Neue entgegenfiebern, ist der Däne vor allen Dingen für seine Eskapaden bekannt.

Da wäre unter anderem seine dümmliche Äußerung bei den Filmfestspielen in Cannes, dass er "ein bisschen" mit Adolf Hitler sympathisiere. Zeitgleich provoziert von Trier auch mit seinen Filmen – sein Werk "Antichrist" strotzte nur so vor ausufernder Gewalt.

Nun bringt der Kino-Exzentriker seinen neuesten Film in die Kinos, an Weihnachten soll "Nymphomaniac" in Dänemark Premiere feiern (20. Februar 2014 in Deutschland). Nachdem bereits eine aufsehenerregende Werbekampagne gestartet wurde, in der die Stars des Films ihre "Orgasmus-Gesichter" auf dem Filmplakat zeigten, gibt es nun neue Informationen zu dem Film.

Premiere für von Trier

Der Rohschnitt "Nymphomaniac" hat eine Dauer von sage und schreibe fünfeinhalb Stunden, die Produzenten drängten nun auf eine Kürzung auf zwei zweistündige Teile – von Trier kapitulierte letztlich: Er gab den finalen Schnitt, auch "Final Cut" genannt, (erstmals) aus der Hand. "Die kurze Version ist gegen Lars' Willen aber er akzeptiert den Entschluss, da er die Mechanismen des Markts versteht", ließ Peter Aalbaek Jensen, von Triers langjähriger Produktionspartner, im Magazin "The Hollywood Reporter" verlauten: "Du kannst keinen Film für mehr als 60 Millionen Kronen (rund 11 Millionen Dollar) machen mit solch einer Filmlänge."

Abschluss der Trilogie

Characterposters-Nymphomaniac_deutsch13_700 (image/jpeg) Alle aufsehenerregenden Filmplakte findet ihr in der Fotostrecke. Der Film wird derweil aller Voraussicht nach auch wieder Aufsehen erregen: Es geht um eine Frau namens Joe (Charlotte Gainsbourg), die schwerverletzt von einem Fremden (Stellan Skarsgard) gefunden wird. Nachdem es ihr wieder besser geht, erzählt sie, wie sie in diese Situation gekommen ist – mit ausführlicher Beschreibung ihrer zahlreichen erotischen Erlebnisse.

Der Film bildet den Abschluss der "Trilogie der Depression". Von Trier selber gestand vor einigen Jahren, dass er unter Depressionen leide. Zuvor hatte er die Werke "Antichrist" und den gefeierten Film "Melancholia" veröffentlicht.