Romantisch, komisch und philosophisch

"Mann tut was Mann kann" - Romantik mal anders

Romantisch, komisch und philosophisch: "Mann tut was Mann kann" - Romantik mal anders Romantisch, komisch und philosophisch: "Mann tut was Mann kann" - Romantik mal anders Foto: NFP/Warner Bros. 2012; (Foto Jürgen Olczyk)
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„Mann tut was Mann kann“ - klingt wie eine Entschuldigung im Voraus für das Verhalten der männlichen Spezies. Und tatsächlich: Die Protagonisten des gleichnamigen Filmes bemühen sich, so gut es geht, den richtigen Weg durch die Irrungen und Wirrungen der Liebe zu finden – doch das nicht immer mit sofortigem Erfolg. Kinostart ist am 11. Oktober.

Die Geschichte um den überzeugten Single Paul ist dem Roman „Man tut was man kann“ von Hans Rath nachempfunden. Die Verwandlung vom neutralen „man“ zum „Mann“ soll laut Regisseur Marc Rothemund mehr Aufmerksamkeit auf das Thema des Films ziehen: Eine Gruppe von Freunden, die alle unterschiedlich sind und auf ebenso verschiedene Weisen ihren Weg zu gehen versuchen.

Paul ist gut aussehend, hat einen erfolgreichen Job und gute Freunde. Er hat die Suche nach der großen Liebe aufgegeben und begnügt sich mit kurzen Affären. Dann lernt er aber die Tierärztin Iris kennen und verliebt sich sofort in sie. Das Problem: Sie ist kurz davor zu heiraten. Während Paul sich mit anderen Affären abzulenken versucht, zieht ein Freund nach dem anderen bei ihm ein: Sein Kollege Schamski, den seine dritte Ehefrau rausgeschmissen hat, der schüchterne Günther, der sich nicht traut seine große Liebe anzusprechen und schließlich der erfolglose Künstler Bronko. Gemeinsam versuchen sie, sich gegenseitig mit dem weiblichen Geschlecht zu helfen. Schließlich wird auch Paul klar, dass er für seine große Liebe kämpfen muss.

Tolle Schauspieler in sympathischen Rollen

Was zunächst nach einer typischen romantischen Komödie klingt, ist vielleicht auch eine typische romantische Komödie. Aber doch mit einer großen Portion Charme in den einzelnen Figuren. So könnte man von Paul (Wotan Wilke Möhring) denken, er sei ein klassischer Womanizer und skrupelloser Herzensbrecher, aber eigentlich ist das Gegenteil der Fall. Paul entpuppt sich als sympathischer Protagonist, der seine Freunde auf der Suche nach der Liebe unterstützt und ihnen Mut macht, nicht aufzugeben. Und das ist doch schon recht untypisch für jemanden, der die große Liebe eigentlich aufgegeben hat.

Guido Schamski (Jan Josef Liefers), Pauls Kollege und bester Freund, besticht mit seiner Schrulligkeit und Pragmatik. Nach drei Ehen und fünf Umzügen ist er mit seinen Umzugshelfern bereits per Du – bei einem Drink erklären diese, dass Schamski einfach noch nicht die richtige Frau gefunden hat. Gemeinsam mit Bronko (Fahri Yardim) versucht Schamksi mit Hilfe von Gedankenexperimenten die richtige Frau zu ermitteln – und findet sie dann doch ganz unerwartet.

"Men Do What They Can": Ivy Quainoo liefert Titelsong zu "Mann tut was Mann kann" "Men Do What They Can" Ivy Quainoo liefert Titelsong zu "Mann tut was Mann kann" Zum Artikel » Alle zusammen versuchen die Freunde Günther (Oliver Korittke) dazu zu bringen, seine Schüchternheit zu überwinden und seiner Angebeteten einen Heiratsantrag zu machen. Empfehlung vom Strategen Schamski: Der Heiratsantrag muss einzigartig sein. Günther nimmt das wörtlich und präsentiert einen Heiratsantrag, wie nur er ihn machen kann...

Und auch wenn das Ende vorhersehbar ist – die Ausführung der nicht mehr ganz so neuen Geschichte um die Liebe macht den Film aus. Typische Klischees wie Liebe-auf-den-ersten-Blick-Szenen werden in „Mann tut was Mann kann“ fast schon parodiert – und das gleich merhmals. Die humorvollen Figuren, gespielt von erstklassigen Schauspielern, und ihre Konversationen und Gedanken verleihen dem Film eine Tiefe, die nicht jede romantische Komödie hat. Und gleichzeitig bleibt die Kurzweil und das schöne Am-Ende-ist-alles-gut-Gefühl des Genres erhalten.

Fazit: Tolles Gute-Laune-Kino zum Entspannen!

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