Schwarz-Weiß gegen Titanic in 3D

Was uns das Filmjahr 2012 beschert

Schwarz-Weiß gegen Titanic in 3D: Was uns das Filmjahr 2012 beschert Schwarz-Weiß gegen Titanic in 3D: Was uns das Filmjahr 2012 beschert Foto: dapd, Delphi Filmverleih

Die Liste der erfolgreichsten Filme 2011 in den USA zeigt es an: Dieses Jahr war das Jahr der Fortsetzungen. Für das erste Halbjahr 2012 werden zwei Filme mit besonderer Spannung erwartet: Martin Scorseses "Hugo Cabret" und die 3D-Version von Camerons elffach oscarprämiertem Drama "Titanic".

Unter den Top Fünf des US-Rankings 2011 finden sich der letzte Teil der (achtteiligen) Harry-Potter-Reihe, gefolgt von "Transformers 3", dem ersten Teil des Finales der (fünfteiligen) "Twilight"-Reihe, "The Hangover 2" und "Fluch der Karibik 4". Eigentlich hätte 2011 ja das Jahr des 3D-Films werden sollen, aber nachdem "Avatar" im Jahr davor die Zuschauer begeisterte, konnte in diesem Jahr kein 3D-Film James Camerons Produktion wirklich das Wasser reichen.

Ab 14. Juli im Kino: Harry Potter - Bilder aus dem letzten Teil Ab 14. Juli im Kino: Harry Potter - Bilder aus dem letzten Teil Ab 14. Juli im Kino: Harry Potter - Bilder aus dem letzten Teil Ab 14. Juli im Kino Harry Potter - Bilder aus dem letzten Teil 35 Fotos

 

Zumindest kamen viel mehr 3D-Filme in die Kinos als noch 2010. Nach einer Auswertung der Filmförderungsanstalt (FFA) waren es 19 im ersten Halbjahr - neuere Zahlen liegen noch nicht vor. Das waren fast drei Mal so viele wie 2010.

Cannes-Auszeichnungen für "The Artist"

The Artist (image/jpeg) Dieses Bild zeigt eine Szene aus "The Artist", der 2012 in die Kinos kommt. Neugierig dürfen in 2012 nicht nur Liebhaber des Schwarzweiß-Stummfilms auf Michel Hazanavicius "The Artist" sein. Hauptdarsteller Jean Dujardin wurde bei den Filmfestspielen in Cannes ausgezeichnet. Für die Golden Globes ist der Film sechs Mal - und damit von allen Filmen am häufigsten - nominiert.

Die Golden Globes werden am 15. Januar vergeben. Sie gelten als richtungsweisend für die Oscars. Fünf Nominierungen, darunter für den besten Film, bekamen das Familiendrama "The Descendants" mit George Clooney und der Film "The Help", der zur Zeit der Bürgerrechtsbewegung in den USA spielt und auch in Deutschland schon läuft.

Bereits Anfang des Jahres kommt auch der Gewinner des Goldenen Löwen in Venedig, Alexander Sokurows "Faust", sowie Nicolas Winding Refns "Drive" ins Kino. Neben Hollywoods neuem Liebling Ryan Gosling spielen in "Drive" die Serienstars Christina Hendricks ("Mad Men") und Bryan Cranston ("Breaking Bad"). Im Frühjahr kommt "Shame" mit Michael Fassbender ins Kino, der für seine Darbietung in dem Film für einen Golden Globe nominiert wurde. In seiner ersten Rolle nach "Harry Potter" ist zudem Daniel Radcliffe in "Die Frau in Schwarz" zu sehen.

Neue Folgen von Batman, Bond und Bourne

Ohne Fortsetzungen kommt auch 2012 nicht aus: Der neue "Batman" läuft an, ebenso wie der vierte Teil der "Jason Bourne"-Reihe - allerdings ohne Matt Damon -, der neue Bond-Film und der Abschluss der "Twilight"-Reihe. Kurz vor Weihnachten kommt der erste Teil von J.R.R. Tolkiens Vorgeschichte zu "Der Herr der Ringe", der wieder von Peter Jackson verfilmte "Hobbit" in die Kinos.

An deutschen Produktionen dürften vor allem die Verfilmungen von "Russendisko" und "Die Vermessung der Welt" von Interesse sein. Fans der Kult-Serie "Kir Royal" aus den 80er Jahren werden sich auf Helmut Dietls "Zettl" freuen.

Prequel zu Herr der Ringe: Der Hobbit - Erste Bilder Prequel zu Herr der Ringe: Der Hobbit - Erste Bilder Prequel zu Herr der Ringe: Der Hobbit - Erste Bilder Prequel zu Herr der Ringe Der Hobbit - Erste Bilder 7 Fotos

 

Wirbel um Lars von Trier

Eine Menge Aufmerksamkeit erfuhren in diesem Jahr jene, die für Filme nichts bezahlen wollen: die Filmpiraten. Mehrere frühere Betreiber und Mitarbeiter des illegalen Internet-Filmportals Kino.to sind verurteilt worden - mitunter zu Haftstrafen.

Für Aufregung anderer Art sorgte der Regisseur Lars von Trier, der bei den Filmfestspielen in Cannes sagte, er könne Adolf Hitler verstehen und sympathisiere mit ihm. Der Däne entschuldigte sich später und sagte, er habe nur Spaß gemacht. Von Trier wurde aber von dem Festival ausgeschlossen und zog für sich zumindest vorläufig die Konsequenz, keine Pressekonferenzen mehr zu geben. Das Abholen des Europäischen Filmpreises für "Melancholia" überließ er beispielsweise seiner Frau. Sie winkte dem Publikum im Auftrag ihres Mannes freundlich zu.

Ob "Melancholia" auch auf einen Oscar hoffen kann, wird sich bei der Bekanntgabe der Nominierungen am 24. Januar herausstellen. In diesem Jahr war Tom Hoopers "The Kings Speech" der große Gewinner.