Sonntags um 22 Uhr auf ZDFkultur

Jede Woche ein TV-Highlight: "Roche und Böhmermann"

Sonntags um 22 Uhr auf ZDFkultur: Jede Woche ein TV-Highlight: "Roche und Böhmermann" Sonntags um 22 Uhr auf ZDFkultur: Jede Woche ein TV-Highlight: "Roche und Böhmermann" Foto: ZDF/Phillippe Fromage
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Danke, Max Herre! Der Auftritt des ehemaligen Polit-Rappers und heutigen Singer-Songwriters bei "Roche & Böhmermann" verbreitete sich via Facebook und Co. so schnell und weit, dass nun auch wir endlich von dieser absolut genialen neuen Talkshow (Okay, sie läuft schon seit März) auf ZDFkultur Wind bekommen haben.

Viel zu oft und viel zu lange haben wir uns alle schon über die Flut von Scripted Reality-Shows aufgeregt. Schließlich ist das ganze Fernseh-Programm belagert von gekauften Arbeitslosen, die sich für Geld Hackfleisch mit Nudeln auf den Körper schmieren oder Wein in der eigenen Tennissocke herstellen. Fassen wir uns also kurz: "Roche & Böhmermann“ lässt seit März diesen Jahres jeden Sonntagabend um 22 Uhr auf ZDFkultur Hoffnung aufkeimen, dass die Zukunft des Fernsehens noch nicht ganz verloren ist.

Sechzig Minuten lang brilliert die Talkshow mit Charlotte Roche und Jan Böhmermann auf ihre ganz eigene und polarisierende Weise. Eingeladen sind wöchentlich eine Handvoll Gäste: Ein paar kennt man immer (Sido, Ferris MC, Lena Meyer-Landrut, Max Herre, Ranga Yogeshwar) - die anderen irgendwie auch, aber nicht so wirklich (Micaela Schäfer, Jennifer Weist, Fiona Erdmann, Rolf Eden, Manuel Möglich).

charlotte roche, jan böhmermann (image/jpeg) Jan Böhmermann und Charlotte Roche.

Die Idee: "Eine Talkshow ganz im Stil des frühen Fernsehens, nur neu gemacht."

In einem dunklen Retro-Studio inklusive Stabmikrofonen, einem runden "Gesprächstisch", uralt-wirkender Intro-Musik und einem stocksteifen Ansager im Helmut Kohl-Look plaudern Moderatoren-Team und Gäste jeden Sonntag einfach drauf los. Denn das Konzept der Show ist, keines zu haben. Hier gibt es keine vorgeschriebenen Fragen oder zu bewerbende Produkte und Charlotte und Jan bereiten sich erst recht nicht ausführlich auf ihre Talkgäste vor. Stattdessen darf geraucht, getrunken und gestänkert werden. So altmodisch wie das Studio und das Intro wirken, so erfrischend neu und klug sind die kurzen Einspielfilmchen, die jeden Gast einzeln vorstellen. Nichts beschönigend und spitz geschrieben, zeigen diese die wichtigsten Infos zum Gast.

"Hans Sarpei ist zuviel für eine Frau."

Was dann passiert, hängt von der jeweiligen Mischung der Gäste ab, die man innerhalb dieser sechzig Minuten viel besser "kennenlernt" als in jeder anderen Show. Schließlich können sie sich nicht vorbereiten und sind den direkten und provokanten Fragen von Charlotte und Jan ausgeliefert. So kann es auch mal vorkommen, dass sich Max Herre von Charlotte Roche beleidigt fühlt und die halbe Sendezeit verzweifelt auf der Toilette verbringt, statt sich dem Gespräch zu stellen, oder Hans Sarpei es nicht gefällt, dass aufgrund einer Zuschauerfrage alle Gäste sagen müssen, wem aus der Runde sie bei einem gemeinsamen Besuch im Swinger-Club näherkommen wollen würden. (Hans Sarpei nimmt Charlotte Roche und Jeannine Michaelsen – denn "Hans Sarpei ist zuviel für eine Frau.“)

Mehr Sendezeit für "Roche & Böhmermann"

Diese Show ist so unterhaltend, dass sie mit einer Stunde Sendezeit eigentlich viel zu kurz ist. Schließlich fangen die meisten Gäste erst nach fünfzig Minuten an warm zu werden und sich richtig zu blamieren. Die beiden Moderatoren blamieren sich mit ihrem "Unvorbereitetsein" entgegen aller Kritikermeinungen im Netz jedoch keineswegs – machen sie damit doch die Show zu dem was sie ist: neu, frisch und zum Totlachen.

Alle alten und neuen Folgen findet ihr in der ZDF-Mediathek.

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