"The Lego Movie" ab 10. April im Kino

Mit diesen Steinen kann wirklich jeder bauen

"The Lego Movie" ab 10. April im Kino: Mit diesen Steinen kann wirklich jeder bauen "The Lego Movie" ab 10. April im Kino: Mit diesen Steinen kann wirklich jeder bauen Foto: Warner Bros. Ent.
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Am Donnerstag kommt der Film "The Lego Movie" ins Kino. Es ist ein weiterer Stein in der Erfolgsgeschichte des dänischen Klötzchenbauers. Dabei war der eigentlich schon mausetot – und eilt nun jedes Jahr von Rekord zu Rekord.

Offizieller Trailer zum Kinostart von "The Lego Movie" Ab dem 10. April in den Kinos Offizieller Trailer zum Kinostart von "The Lego Movie" Wenn das nicht das beste Beispiel für Selbstironie ist: Emmet, der tapfere Held in "The Lego Movie", muss gegen den bösen Lord Business kämpfen. Denn der baut sich die Welt so, wie sie ihm gefällt: genau nach Anleitung. Und das geht den rebellischen Lego-Figuren gegen den Strich. Sie wollen verrückte Sachen bauen – aus einem Set Steine kann schließlich alles entstehen: Häuser, Flugzeuge, Raumschiffe, Tiere oder ein Gebilde, in dem niemand außer dem Baumeister selbst einen Gegenstand erkennt. So frei ist die Lego-Welt im Film.

Die Realität im Kinderzimmer sieht jedoch häufig anders aus: Wer schon mal die Anleitung für ein "Drei in Eins"-Modell der Reihe Lego-Creator verschlampt hat, wird kaum in der Lage sein, aus den vorhandenen Bauteilen ohne die einzelnen Schritte einen Hubschrauber, ein Flugzeug und ein Schnellboot zusammenzusetzen. Und wenn der Nachwuchs heult und quengelt, weil er gerade diesen Hubschrauber gebaut haben möchte, scheint Lord Business doch gar nicht solch ein schlechter Kerl zu sein.

3D-Spektakel

Wer sich ein eigenes Bild von ihm machen möchte, kann dies ab morgen tun. Dann kommt das 3D-Spektakel "The Lego Movie" in die deutschen Kinos. Das für Kinder und Erwachsene unterhaltsame Trickfilmabenteuer, ausschließlich mit Lego-Figuren und Steinen inszeniert, hat in den USA und in England mehrere Hundert Millionen Euro eingespielt und es zum bislang erfolgreichsten Film des Jahres gebracht. Mehr als drei Millionen individuelle Legosteinchen sind laut Verleih in dem Animationsfilm eingebaut, mehr als 180 Mini-Figuren tauchen auf. Selbstverständlich gibt es die Filmhelden auch als Set zum Nachbauen für zu Hause zu kaufen.

1958 kam der typische Lego-Baustein auf den Markt. Am Grundprodukt hat sich bis heute nichts geändert, die Vermarktungsmaschinerie allerdings wurde perfektioniert. Der Name leitet sich vom Dänischen "leg godt" für "spiel gut" ab. In den Augen vieler Menschen ist es auch ein gutes Spielzeug geblieben: Es fördert das räumliche Denken und kommt in der Grundversion ohne Elektrizität aus. Es deckt eine große Altersspanne ab, und die einzige Gefahr, die von ihm ausgeht, lauert auf dem Boden im Kinderzimmer – denn es tut ziemlich weh, wenn man mit nackten Füßen auf einen Stein tapst.

Es ist das perfekte Spielzeug für diese Zeiten, in denen immer von Flexibilität, Kreativität und Mobilität gesprochen wird: Es ist wandelbar und erfindet sich immer wieder neu. Sechs Steine mit acht Noppen könne man auf 915 Millionen unterschiedliche Weisen kombinieren, behauptet Lego. Mit diesen Steinen kann jeder bauen: ganz Junge mit dem dicken "Duplo", Ältere mit "City"-Sets, Teenager mit "Technic"-Modellen.

Faszination Lego

Selbst erwachsene Männer kommen nicht vom Baukasten los und schicken gerne die Frau zum Mädelsabend und die Kinder früh ins Bett, weil sie dann Zeit und Ruhe haben für den Schwerlastkran, das mit 2606 Teilen größte Technic-Modell aller Zeiten. Es kostet rund 200 Euro und hat nicht nur deshalb mit einem klassischen Spielzeug nicht mehr viel zu tun. Aber Lego setzt in Zeiten des Geburtenrückgangs auf Erwachsene: Bis 2021 soll das Segment knapp 15 Prozent des Umsatzes erreichen. Früher war Modellbau von Autos und berühmten Gebäuden schick, heutzutage sollen es die Klötzchen sein.

Vor rund zehn Jahren sah es allerdings gar nicht danach aus, dass die Bauherren aus Dänemark noch eine Zukunft haben. Dem Unternehmen drohte der finanzielle Kollaps, es machte knapp 200 Millionen Euro Verlust. Der McKinsey-Berater Jørgen Vig Knudstorp übernahm, trennte sich von einem Teil der Lego-Parks, reduzierte die Verschuldung und konzentrierte sich wieder auf das Kerngeschäft: bauen. Seitdem eilt das Unternehmen jedes Jahr von Rekord zu Rekord, vermarktet neben Spielzeug auch Computerspiele und Kleidung. In den vergangenen fünf Jahren hat es seinen Gewinn verdreifacht, im Weihnachtsgeschäft sind manche Modelle ausverkauft, was Eltern mitunter an den Rand des Nervenzusammenbruchs bringt. Die Themenwelten sprechen unterschiedliche Interessen an.

Die absatzstärksten Produktlinien des Jahres 2012 waren "Lego City" und "Star Wars". George Lucas, der Erfinder der Filmreihe, müsste sich jeden Tag freiwillig auf einen Legostein knien und den Dänen neben den Lizenzgebühren für die Werbung danken. Denn die "next generation" der Star-Wars-Fans wird heute im Kinderzimmer über Lego rekrutiert. Bei so viel Erfolg perlt Kritik einfach ab. So wird der Hersteller für seine Reihe "Friends" angegangen, die Mädchen auf rosa Ponys und rosa Bauklötze reduziere. Eine Fortsetzung des Kino-Erfolgs ist schon geplant. Die Lego-Story geht weiter.

Quelle: RP