"Uggie" gewinnt den Hunde-Oscar

"Goldenes Halsband" für den "The Artist"-Star

"Uggie" gewinnt den Hunde-Oscar: "Goldenes Halsband" für den "The Artist"-Star "Uggie" gewinnt den Hunde-Oscar: "Goldenes Halsband" für den "The Artist"-Star Foto: dapd, Matt Sayles

Hollywood hat einen neuen Star: Er hat große braune Augen, kann rasant Skateboard fahren, ist noch nicht einmal zehn Jahre alt und kann problemlos auf zwei Beinen laufen. Uggie, der Terrier aus dem preisgekrönten Film "The Artist", erobert derzeit nicht nur weltweit die Herzen des Kinopublikums. Er hat nun auch das "Goldene Halsband" verliehen bekommen, den erstmals ausgeschriebenen Preis für den besten Filmhund.

Für die Zeremonie am Montagabend (Ortszeit) in Los Angeles hatte sich Uggie extra in Schale geworfen und eine Art Hundesmoking angezogen.

Als Auszeichnung gab es für den Terrier ein mit Swarovski-Kristallen besetztes Halsband und ein Pendant in Knochenform. Entgegengenommen wurde der Preis von Uggies Trainer Omar von Muller, der noch mehr für seinen Schützling fordert: einen Oscar.

Der französische Stummfilm "The Artist", eine Hommage an die Stars der 20er Jahre, ist für zehn Oscars nominiert. Bereits bei der Vergabe der Golden Globes räumte der Streifen ab: Drei Trophäen in den Kategorien beste Komödie, beste Filmmusik und bester Schauspieler heimste das Team um Regisseur Michel Hazanavicius ein. Der Filmpreis gilt als wichtiges Stimmungsbarometer für die Oscars, die am 26. Februar verliehen werden.

Einer wird nach den traditionellen Regeln der Akademie bei den Oscars leer ausgehen: Der Jack-Russell-Terrier Uggie darf, weil er ein Tier ist, keinen der Preise erhalten. Sein Trainer Omar von Muller findet das ungerecht: "Uggie hat eine lange Erfahrung, er kann vieles", sagte er der britischen BBC. "Er ist ein echter Schauspieler und verdient mehr als irgendjemand einen Oscar."

Der Tiertrainer hatte den weißen Terrier mit dem braungefleckten Kopf einst aus dem Tierheim geholt und damit vor dem Tod gerettet. Seither brachte er dem quirligen, gerade einmal acht Kilo schweren Hund unzählige Kunststücke bei: Er kann Schnarchen im Schlaf nachahmen, absichtlich vor laufender Kamera sterben und sich sogar nach einem Kuss auf die Nase verschämt wegdrehen. In zwölf Filmen spielte er schon mit, darunter "Wasser für die Elefanten" von Francis Lawrence.

Kein Wunder also, dass der ständige Begleiter und Freund des französischen Hauptdarstellers Jean Dujardin in "The Artist" seine ganz eigene Fangemeinde hat. Schon bei der Preisverleihung im französischen Cannes, wo der Film im vergangenen Jahr mit einer Palme ausgezeichnet wurde, erregte der Hund einiges Aufsehen.

Der Terrier wurde eigens mit dem "Palm-Dog Award" ausgezeichnet, in Anlehnung an die "Goldene Palme". Schauspieler Dujardin würdigte damals die Professionalität seines Film-Partners: "Er kann in Schönheit sterben, die Polizei rufen und für zwei Hot Dogs bekommt man von ihm alles!"

In den vergangenen Wochen wurden die Rufe lauter, dass der Hund als bester Darsteller nun auch zum Wettbewerb um die Oscars zugelassen werden müsse. Auf Facebook hat der kleiner Terrier inzwischen mehr als 11.000 Fans, die seine Kandidatur unterstützen. Doch auch ohne Oscar wird Uggie bei der Preis-Verleihung sicherlich Gesprächsthema sein. Und den Fans bleibt als kleiner Trost jetzt immerhin das "Goldene Halsband".

Du bist bei Facebook? Dann werde hier Fan von TONIGHT.de und erfahre noch mehr über das Nachtleben in deiner Stadt!