Wirbel um Gäste-Auswahl für die Sendung

Altmaier sagt Teilnahme an Raab-Talk ab

Wirbel um Gäste-Auswahl für die Sendung: Altmaier sagt Teilnahme an Raab-Talk ab Wirbel um Gäste-Auswahl für die Sendung: Altmaier sagt Teilnahme an Raab-Talk ab Foto: dpa
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Schon bei der Premiere gibt es jede Menge Wirbel um den Polit-Talk von Stefan Raab. Peter Altmaier (CDU) soll Druck ausgeübt haben. Der Bundesumweltminister bestreitet das – und sagt seine Teilnahme nun auch ab.

Über mangelnde Reklame für seinen neuen Politik-Talk "Absolute Mehrheit – Meinung muss sich wieder lohnen", der am Sonntagabend zum ersten Mal live auf Sendung geht, kann Stefan Raab sich nicht beklagen.

"Ävver et Hätz bliev he in Kölle": Hymne für Köln: Stefan Raab singt mit den Höhnern "Ävver et Hätz bliev he in Kölle" Hymne für Köln: Stefan Raab singt mit den Höhnern Zum Artikel » Per Twitter beschwerte sich der Büroleiter des Parlamentarischen Geschäftsführer der Grünen, sein Chef Volker Beck sei auf Druck von Bundesumweltminister Peter Altmaier wieder ausgeladen worden: "Wo die Regierung dem Moderator noch vorschreiben darf, wer von der Opposition ausgeladen werden muss: Stefan Raabs Polittalkshow", so Sebastian Brux.

Altmaier dementierte ebenfalls per Twitter prompt: "Die Behauptung ist schlicht falsch. Ich bin mit Volker Beck befreundet, war mit ihm in vielen Talkshows und werde das gerne auch wieder tun", so der Minister. Becks Büro bleibt bei seiner Darstellung, eine Assistentin Raabs habe die Ausladung gegenüber einem Mitarbeiter Becks damit begründet, dass Altmaier sonst nicht komme. Als Grund sei von "fehlender Augenhöhe" gesprochen worden. ProSieben sagt dazu (vorerst) nichts, Raab wird sich lediglich über die mediale Starthilfe freuen.

Gäste der ersten Sendung, die der Kölner Multi-Unterhalter als "die erste Talk-Show mit Ergebnis" anpreist, sollen nun der FDP-Fraktionsvorsitzende im schleswig-holsteinischen Landtag, Wolfgang Kubicki, der Erste Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion, Thomas Oppermann, der Vize-Vorsitzende der "Linken", Jan van Aken, sowie ein "politikinteressierter Bürger ohne öffentliches Amt" sein.

Entertainer gibt Verantwortung ab: Stefan Raab beendet sein ESC-Engagement Entertainer gibt Verantwortung ab Stefan Raab beendet sein ESC-Engagement Zum Artikel » Altmaier selbst sagte seinen Auftritt nun ab, wie der CDU-Politiker Spiegel Online am Donnerstag bestätigte. Die Situation habe sich geändert. "Ich habe ursprünglich zugesagt, weil die Energiewende das Thema der Sendung gewesen ist und ich grundsätzlich Chancen nutze, das zu vertreten", begründete er seinen ursprünglichen Entschluss, an der Show teilzunehmen.

Damit wie auch durch die Wahl des Co-Moderators macht Stefan Raab deutlich, dass es ihm durchaus um echte Politik und nicht nur um politischen Klamauk geht. Mit Peter Limbourg, dem Nachrichten-Chef der ProSieben/Sat.1-Gruppe, bestritt Raab 2005 und 2009 bereits die "TV total"-Sondersendungen zur Bundestagswahl, die im jungen Publikum erfolgreicher als alle Wahlsendungen von ARD und ZDF waren. Während ARD-Chefredakteur Thomas Baumann zu Raabs Politik-Offensive umgehend erklärte, er halte es "für abwegig", Mehrheitsstimmen mit Geldprämien zu belohnen, erklärte ZDF-Chefredakteur Peter Frey in einem Interview mit dem Mediendienst "Quotenmeter.de", Stefan Raabs Idee sei richtig. Ob sie letztlich auch funktioniere, werde sich ja zeigen.

Zum Auftakt verzichtet ProSieben (noch) auf direkte Konkurrenz zu Günther Jauch in der ARD, der um 21.45 Uhr startet. Raabs Sendung beginnt am Sonntagabend erst um 22.45 Uhr nach dem Blockbuster "The Social Network". Damit das Konzept der Publikums-Abstimmung funktioniert, sendet ProSieben live. Produziert wird die Sendung von Raab TV in den Brainpool-Studios in Köln-Mülheim. Politiker wie Zuschauer erwartet zu den Themen Steuergerechtigkeit, Energiewende und Soziale Netzwerke eine verbale Wok-WM ohne Körper-Einsatz. Zu jedem Thema wird es eindeutige Sieger und Verlierer geben. Peter Limbourg wird die Diskussions-Ergebnisse nach jedem Thema zusammenfassen. Dass man dabei schlecht aussehen kann, erkannte als erstes die Piraten-Partei – und untersagte ihrem Geschäftsführer Johannes Ponader die Teilnahme.

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Quelle: RP