Zweite Staffel "The Voice of Germany"

"The Voice" geht in eine neue Runde

Zweite Staffel "The Voice of Germany": "The Voice" geht in eine neue Runde Zweite Staffel "The Voice of Germany": "The Voice" geht in eine neue Runde Foto: SAT1

"The Voice of Germany" war der Überraschungserfolg des Fernsehjahres 2011. Jetzt geht die Castingshow mit den "Blind Auditions" und den Coaches Nena, Xavier Naidoo, Rea Garvey und The BossHoss in die zweite Runde.

Ab 18. Oktober auf ProSieben und SAT.1 : Vorfreude auf 2. Staffel von "The Voice of Germany"? Ab 18. Oktober auf ProSieben und SAT.1 Vorfreude auf 2. Staffel von "The Voice of Germany"? Zum Artikel » Noch eine Castingshow neben "Deutschland sucht den Superstar", "X Factor", "Popstars" und all den anderen? Das fragten sich viele der castingmüden Fernsehzuschauer vergangenes Jahr, als "The Voice of Germany" startete.

Der TV-Markt ist voll mit Talent-Shows und fragwürdigen Sendungen. Doch das "Voice"-Konzept entpuppte sich als Zuschauermagnet. Grund war der neue und andere Rahmen der Show. Mit sogenannten Blind Auditions, in denen die Juroren in der ersten Phase mit dem Rücken zur Bühne sitzen sollen nur die Stimme über das Weiterkommen entscheiden. Ab Donnerstag geht die Show zur Hauptsendezeit auf Prosieben in die nächste Runde. Freitags läuft sie beim Schwestersender Sat.1.

Neuer Rahmen und ehrliches Konzept

The Voice of Germany: Und plötzlich guckt man wieder Castingshows... The Voice of Germany Und plötzlich guckt man wieder Castingshows... Zum Artikel » Auch in der zweiten Staffel entscheiden die Juroren Nena, Xavier Naidoo, Rea Garvey sowie Alec Völkel und Sascha Vollmer von der Band The Boss Hoss wer gesanglich am meisten drauf hat. Damit nicht genug haben sich die Macher der Show etwas Neues einfallen lassen. Was genau, will ProSieben-Geschäftsführer Wolfgang Link noch nicht verraten. Nur so viel: Es soll noch mehr "gebattelt" werden.

Die Einschaltquoten von "The Voice of Germany" konnten sich 2011 sehen lassen. Der Marktanteil in der werberelevanten Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen, lag den Sendern zufolge bei bis zu fast 31 Prozent, der Staffelschnitt bei 24,3 Prozent.

Was den Zuschauern wohl am besten gefällt, ist der ehrliche Umgang der Jury mit den Kandidaten. Im Gegensatz zu vielen anderen Castingshows sind die Schwerpunkte bei "The Voice" anders gesetzt. Es geht nicht darum unbegabte Leute zuzulassen und sich auf deren Kosten zu amüsieren. Es gehe um Gesangs-Wunder und echte Talente.

So wie die in Berlin lebende Ivy Quainoo. Die Sängerin landete mit "Do You Like What You See" einen Mega-Hit und wurde als The-BossHoss-Schützling zur Gewinnerin der ersten Staffel gekürt.

Motivierte Kandidaten

"Men Do What They Can": Ivy Quainoo liefert Titelsong zu "Mann tut was Mann kann" "Men Do What They Can" Ivy Quainoo liefert Titelsong zu "Mann tut was Mann kann" Zum Artikel » Auf den Sieg hoffen auch in diesem Jahr wieder zahlreiche Bewerber. Bis sie jedoch auf die große Bühne dürfen, müssen sie die Vorauswahl überstehen und vor Stimm-Coaches singen. Sind die überzeugt, bekommen die Kandidaten rund 90 Sekunden Zeit, um die Promi-Jury vor Publikum zu überzeugen. Ein gut durchdachter Vorgang, der vor peinlichen TV-Auftritten verschont.

Kurz, knackig und fair und vor allem ohne stimmliche Flops, da setzt sich der Zuschauer gerne vor den Fernseher und lässt sich beeindrucken. Das Erfolgskonzept scheint aufzugehen.

Viele der Kandidaten üben mit den Kameras und beantworten Fragen. Währenddessen macht sich Tom Bogatu zum Vorsingen bereit. In einem lockerem Outfit wartet der 31-Jährige auf seinen Auftritt.

"Ich bin heiß, ich will auf die Bühne und loslegen", sagt er. Schon seit Wochen bereite er sich auf diesen Moment vor. Die 18-jährige Ronja Fischer hat es dagegen schon geschafft. Sie sorgte mit ihrem Gesang beim Publikum für Gänsehaut. Den Song habe sie für ihre verstorbene Mutter gesungen, erzählt die Abiturientin.

Begeisterter Fanjubel auf Knopfdruck

Rund 700 Zuschauer sind in das Studio in Berlin Adlershof gekommen, um sich das Vorsingen der Kandidaten anzuschauen. Doch scheinbar ist der Zuschauer nicht nur eine Attrappe auf der Tribühne. Geplant und strukturiert wird er mit ins Geschehen einbezogen, ob es ihm passt oder nicht - er hätte schließlich wissen müssen, auf was er sich hier einlässt.

Bevor die Coaches und die Teilnehmer die Bühne betreten, übt ein Aufwärmer mit dem Publikum das Klatschen. Denn das ist anscheinend nicht so banal ausführbar, wie es oftmals wirkt. Die Zuschauer müssen aufstehen und richtig "Gas geben".

Dabei johlen und schreien sie begeistert. War es der Regie aus dem Hintergrund an der einen oder anderen Stelle nicht euphorisch genug, wird so lange geübt, bis es passt. An den richtigen Stellen wird das begeisterte Publikum später reingeschnitten. Das ist begeisterter Fanjubel auf Knopfdruck.

Die Macher der Show sind zufrieden. Der Grundgedanke der Show stimmt. Der Kontakt zu den Kandidaten der ersten Staffel sei immer noch da, sagt Link. Es sei eine gute Idee bei "The Voice" mitzumachen, man bekomme viel Unterstützung.

So habe Percival Duke, der in der fünften Live-Show ausgeschieden war, heute viele Auftritte und verdiene gut. Kim Sanders, Zweite der ersten Staffel, arbeitet gerade an einer Platte. Sie betont jedoch, es sei schwer, in Deutschland eine Karriere als Solokünstlerin zu starten. Bewerber Tom hat geht heute allerdings nach Hause. Er ist nicht weitergekommen. "Egal, ich hatte das Publikum", sagt er. "War cool."

Der neue Rahmen und das etwas andere Konzept der Show scheinen die Zuschauer vor dem Fernseher zu begeistern. Damit dürfte klar sein, dass es sich bei "The Voice of Germany" nicht einfach um noch eine Castingshow handelt.